Autor*innen: Leufgen, B. | Zeitschrift: Pflegewissenschaft | Jahrgang: 28 | Heft: 4 | Seiten: 49 bis 58 | Erscheinung: 03.09.2026 | DOI: 10.3936/pw211666920_402
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Abstract
Pflegefachpersonen sehen sich in ihrem Berufsalltag mit komplexen Anforderungen und widersprüchlichen Rollenerwartungen konfrontiert. Dies führt zu individuell unterschiedlich wahrgenommenen Beanspruchungen. Aufbauend auf der praxeologischen Wissenssoziologie und der Dokumentarischen Methode (Bohnsack, 2021) untersucht die vorliegende qualitative Studie, wie Pflegefachpersonen mit beruflichen Belastungen umgehen. Mittels narrativer Interviews wurden 13 Fälle rekonstruiert, in denen sich zwei Modi der Spannungsbearbeitung herausbilden ließen: ein modifizierender und ein konsolidierender Modus. Diese Modi durchziehen zwei konjunktive Erfahrungsräume – die pflegebezogene und die organisationsbezogene Interaktion – und manifestieren sich in typischen Orientierungsstrukturen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Beanspruchungserleben von der Passung zwischen habituellen Orientierungen und normativen Anforderungen geprägt ist. Pädagogische Implikationen betreffen vor allem die Gestaltung reflexiver Lernprozesse in Curricula der Pflegeausbildung.
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