Autor*innen: Dr. rer. medic. Anga Engelke-Herrmannsfeldt, Prof. Dr. phil. habil Johann Behrens | Zeitschrift: Pädagogik der Gesundheitsberufe, Hungen | Jahrgang: 19 | Heft: 12 | Seiten: 1 bis 1 | Erscheinung: 20.12.2016 | DOI: 10.3936/30000-1390
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Abstract
In einer vorausgehenden Untersuchung von physiotherapeutischen Lehrbüchern, mit Blick auf die Gestaltung der Interaktion in kommunikativ schwierigen Situationen, konnte dargestellt werden, dass lernende Therapeuten besondere körperliche Fähigkeiten erwerben müssen, um Patienten wertschätzend, feinfühlig und gleichberechtigt in den Behandlungsprozess zu integrieren. Die Lehrbücher stellen zwar eine Erwartungshaltung an den lernenden Therapeuten heraus, aber konkrete praktische Mittel und Methoden zur Gestaltung der Interaktion werden nicht vermittelt. So dass es Ziel dieser Studie war, die Körpersprache, wie sie auf den Fotografien in eben diesen Lehrbüchern zu finden sind, zu untersuchen. Für die Datenerhebung wurden 2.500 Fotografien, auf denen Lehrphysiotherapeuten abgebildet sind, nach Verfahrensprinzipien der seriell-ikonografischen Fotoanalyse untersucht. Ergebnisse: Anhand der Fotografien können typische körperliche Gesten und Ausdrucksformen identifiziert werden, die dazu dienen, in Interaktion mit dem Körper des Patienten zu treten und soziale Unterschiede auszudrücken. Nicht die Interaktion, sondern die Inszenierung des Lehrphysiotherapeuten, in seiner Rolle als erfahrener Experte, ist zentrales Thema der Bilder. Lehrbücher stellen ein wichtiges Medium in der Ausbildung von Physiotherapeuten dar. Gerade Fotografien helfen die körperliche Haltung und das gestische Verhalten nachzuvollziehen. Es zeigt sich eine Differenz zwischen erwartetem und fotografisch festgehaltenem Verhalten. Das bisherige System des Lehrbuches, mit Blick auf die Inszenierung der Interaktion, bedarf einer kritischen Reflexion und Prüfung.
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