Pflegediagnosen. Was leisten sie â was leisten sie nicht? (Kollak, Ingrid; Georg, Margret (Hrsg.):)Frankfurt/M.: Mabuse-Verl., 1999. ISBN 3-933050-18-9. 12,80 DMRezension von: Hans Küpper, Bochum |
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Im Juni letzten Jahres fand an der Alice-Salomon-Fachhochschule in Berlin das erste Pflegekolloquium des Deutschen Vereins für Pflegewissenschaften statt. Hierzu veröffentlichte der Mabuse-Verlag einen Ergebnisband, der die Vorträge des Kolloquiums einer breiten Ãffentlichkeit zugänglich macht. Organisatorin der Veranstaltung war Ingrid KOLLAK. Sie geht in ihrer Einführung auf die Rolle der Pflegediagnostik bei der Professionalisierung der Pflege ein und stellt fest, dass Befürworter wie Gegner den Pflegediagnosen viel â vielleicht zuviel â zutrauen. Die einen fürchten die Hinkehr zur Medizin und Medikalisierung, die anderen hoffen auf Verwissenschaftlichung und Professionalisierung der Pflege. Anschaulich stellt Peter KÃNIG im ersten Beitrag das Konzept der Pflegediagnosen dar. Er erläutert ihre Herkunft, Entwicklung und Anwendung in den USA und kommt zu dem Schluss, dass Pflegediagnosen zur optimalen Versorgung von Patienten nicht ausreichen. Er rät dazu, andere Diagnosekonzepte einzubeziehen. Heiner FRIESACHER verweist in seinem Beitrag auf die Auswirkungen von Diagnostik und Kategorisierung auf Menschen und beschreibt die negativen Auswirkungen einer solchen Klassifizierung. Er fordert eine ,,verstehende, phänomenologisch-biographische Diagnostikâ, wie sie z.B. in der Behindertenpädagogik seit einigen Jahren erarbeitet wird. Penny POWERS analysiert den machtpolitischen Diskurs, der den Pflegediagnosen zugrunde liegt. So fragt sie u.a. nach dem Einfluss der Medizin, sowie danach, wem Pflegediagnostik nutzt und wem sie schadet. Das Konzept der Pflegediagnosen vergleicht Vjenka GARMS-HOMOLOVà mit dem Resident Assessment Instrument (RAI). Sie kommt zu dem Schluss, dass erst durch die Ergänzung beider Konzepte die notwendigen Daten zur optimalen Patientenversorgung erfasst werden können. Der vorliegende Tagungsband ist als eine Einführung in das Konzept der Pflegediagnosen geeignet und die einzelnen Beiträge können dem Leser als Argumentationshilfe in der derzeitigen Diskussion um Qualitätssicherung in der Pflege hilfreich sein.