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Patientenverfügung (Rezension)

Patientenverfügung (Hofmann, Irmgard)Cornelsen Verlag, Berlin, 2011, 194 S., 17,50 €, ISBN 978-3-06-450334-2Rezension von: Paul-Werner Schreiner In der im Cornelsen Verlag erscheinenden Buchreihe "Pflegiothek" sind inzwischen 13 Bände zu verschiedenen Schlagworten erschienen. Di
25. Mai 2013 durch
Patientenverfügung (Rezension)
Andreas Lauterbach

Patientenverfügung (Hofmann, Irmgard)

Cornelsen Verlag, Berlin, 2011, 194 S., 17,50 €, ISBN 978-3-06-450334-2

Rezension von: Paul-Werner Schreiner

In der im Cornelsen Verlag erscheinenden Buchreihe "Pflegiothek" sind inzwischen 13 Bände zu verschiedenen Schlagworten erschienen. Die in ähnlicher Aufmachung gestalteten Bände sind wohl als Material für die Aus-, Fort- und Weiterbildung gedacht. Der vorliegende Band ist dem Thema "Patientenverfügung" gewidmet. Hinsichtlich dieses Themas ist unstrittig erheblicher Bildungsbedarf zu konstatieren, nicht nur, aber sehr wohl auch, seit das sog. Patientenverfügungsgesetz in Kraft getreten ist.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:
Grundlagen
Konsequenzen für die Pflege
Patientenverfügung A-Z.

Nach einer sehr knappen Einführung in die einschlägige Begrifflichkeit wird in dem ersten Buchteil - "Grundlagen" - die Entwicklung des Themas "Patientenverfügung" in Deutschland nachgezeichnet - ausgehend von einer Situation, in der Ärzte paternalistisch entschieden, hin zu mehr Selbstbestimmung für Patienten. Wer hier eine tiefer gehende Reflexion und Begründung für das Selbstbestimmungsrecht des Patienten erwartet, was gerade für die anvisierte Zielgruppe wichtig wäre, wird leider enttäuscht. Informativ sind das Rekapitulieren der für die Thematik wegweisenden Gerichtsurteile, ebenso die Informationen über die Richtlinien der Bundesärztekammer zur Sterbebegleitung in ihrer Entwicklung seit 1979. In der Neuformulierung dieser Richtlinien 1998 wurden Patientenverfügungen erstmals für verbindlich erklärt - zehn Jahre vor einer gesetzlichen Regelung. Es wird dann die Entwicklung des sich über mehrere Jahre hinziehenden Gesetzgebungsverfahrens nachgezeichnet, das im September 2009 zu dem sog. Patientenverfügungsgesetz führte. Die Bestimmungen des Gesetzes werden erläutert. In einem weiteren Kapitel geht es um das Verhältnis von Recht und Ethik als Basis für den Umgang mit Patientenverfügungen. Daran anschließend werden psychologische Probleme aufgezeigt und besprochen, mit denen sich die verschiedenen involvierten Personen konfrontiert sehen.

Der zweite Buchteil - "Konsequenzen für die Pflege" - beginnt mit ethisch-rechtlichen Betrachtungen zu Fallgeschichten. Daran anschließend wird ein "Leitfaden strukturierter Patientenvorsorge" vorgestellt. Im Weiteren wird ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstütztes Forschungsprojekt beschrieben, das zur Klärung der Frage beitragen soll, ob die Implementierung eines Programmes zur gesundheitlichen Vorausplanung geeignet ist, die Zahl der Patientenverfügungen in Senioreneinrichtungen einer Region zu erhöhen und deren Berücksichtigung zu fördern. Da das Projekt zum Zeitpunkt der Drucklegung des Buches noch nicht beendet war, können nur vorläufige Ergebnisse präsentiert werden. In einem weiteren Kapitel wird dargelegt, was Vordrucke zur Patientenvorsorge enthalten sollten - Musterbeispiele sind daran anschließend dokumentiert.

Im dritten Buchteil - "Patientenverfügungen von A-Z" - werden im Sinne eines Glossars Begriffe erläutert, die zwar ganz interessant sind, aber nicht alle zwingend einen Bezug zum Thema "Patientenverfügung" haben.

Weshalb in den Text immer wieder komikartige Abbildungen mit Textblasen eingefügt sind, erschließt sich dem Rezensenten im Hinblick auf die Zielgruppe nicht wirklich.

Neben der - wie oben schon erwähnt - fehlenden gründlichen Einführung in die Probleme des Prinzips der Autonomie vermisst der Rezensent - natürlich damit zusammenhängend - eine angemessene Auseinandersetzung mit der Kritik an Patientenverfügungen, die ja nicht nur von irgendwelchen nicht weiter zu beachtenden Außenseitern vorgetragen wird, sondern von namhaften Autoren - Klaus Dörner, Hans-Christoph Student, Linus Geisler, um nur einige wenige zu nennen. Gerade im Hinblick auf die anvisierte Zielgruppe ist die Auseinandersetzung mit dieser ablehnenden Position wichtig - denn die Pflegenden werden damit konfrontiert. Eine Auseinandersetzung mit der Autonomie kritisch betrachtenden und damit die Patientenverfügung ablehnenden Position würde denn auch Gelegenheit geben, die selbst von konsequenten Befürwortern der Patientenverfügung schwerlich zu leugnenden Grenzen der Patientenautonomie und damit des Instrumentes der Patientenverfügung aufzuzeigen.

Das Literaturverzeichnis ist - wenig verwunderlich - natürlich entsprechend lückenhaft.

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