Krankheit, Sexualität und Pflege |
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Das vorliegende Buch ist sehr übersichtlich gestaltet. Die Themen: "Bedeutung der Sexualität", "Sexualität im Alter", "Ursachen sexueller Störungen", "Auswirkung körperlicher Erkrankungen und deren Behandlung", "Störungen durch Nebenwirkung therapeutischer MaÃnahmen", "Kontrazeption und Schwangerschaft bei Krebserkrankungen", "Ãber Sexualität sprechen", "Somatische Behandlungsansätze", "Psychosomatische Behandlungsansätze" beinhalten jeweils einen kurzen Ãberblick oder Einführung ins Thema, Aussagen zu allgemeinen Aspekten, Auswirkungen auf die Sexualität, Fragen, durch die man zur Selbstreflexion angeregt wird und Aussagen zu Forschungsergebnissen. Alle Kapitel mit ihren Unterpunkten werden kurz und verständlich abgehandelt. Ãbersichtliche Tabellen und Bilder zeigen Forschungsergebnisse sowie Beispiele und unterstreichen die im Text aufgeführten Aussagen. Im Kapitel "Hilfen für Betroffene bei der Bewältigung sexueller Einschränkungen" werden Versagensängste, Trauerarbeit über Verlust sexueller Funktionen, die Auseinandersetzung mit dem veränderten Körperbild, neue Formen sexueller Befriedigung, die Rolle des Partners und der Angehörigen sowie die zentrale Bedeutung der Gespräche für die Krisenbewältigung in Form von Beispielen angesprochen und somit gut verständlich dargestellt.
Im Kapitel "Auswirkung körperlicher Erkrankungen und deren Behandlung auf die Sexualität" werden z.B. kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes Mellitus, Multiple Sklerose, Parkinson, Rheumatische Erkrankungen, Krebserkrankungen und ihre Auswirkungen auf die Sexualität der Erkrankten besprochen und auch auf Vorurteile hingewiesen, die den Erkrankten ein funktionierendes Sexualleben oft schwer machen.
Praktische Tipps für den Umgang und die Gespräche mit Menschen, die unter sexuellen Störungen leiden, das aber oft nicht ausdrücken können, findet man in dem Kapitel "Ãber Sexualität sprechen /Konkrete Hilfen". "Somatische Behandlungsansätze bei sexuellen Störungen" geben einen Ãberblick über Hilfen, die Menschen mit Störungen das Praktizieren der Sexualität wieder erlauben.
Die Auflistung von Medikamenten und anderen therapeutischen Verfahren und ihre Auswirkung auf das sexuelle Verhalten macht deutlich, welchen starken Einfluss therapeutische Interventionen auf das Sexualleben haben können.
Die ausführliche Erklärung der Fachbegriffe und die differenzierte Literaturempfehlung für Pflegende sowie Patienten machen es den Lesern/-innen leicht sich weitere Informationen zu diesem Thema zugänglich zu machen. Umfangreiche Hinweise auf hilfreiche Adressen von Selbsthilfegruppen bis Beratungsstellen ergänzen die Informationen. Das Sachverzeichnis hilft das gesuchte Stichwort im Buch aufzufinden.
Ein ausgesprochen sachlich, gut verständliches, differenziertes, sensibel geschriebenes Buch, das nicht nur für Ausbildungszwecke genutzt werden kann, sondern auch für schon lange im Pflegeberuf arbeitende Kolleginnen und Kollegen eine Bereicherung des Wissens darstellt. Die Informationen können den Umgang mit Kranken, die unter solchen Störungen leiden sicher offener gestalten.
Einzig kritisch zu hinterfragen ist, warum die Schaubilder, die den Genital- oder Brustbereich zeigen, bei Frauen durch Fotos dargestellt werden während bei Männern ausschlieÃlich gezeichnete Bilder verwandt werden. Ich kann verstehen, dass es für Pflegende wichtig sein kann, zu sehen, wie der Genitalbereich einer Frau nach Vulvektomie aussieht. Aber warum dann nicht auch die fotografische Darstellung einer Penis- oder Hodenresektion