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EDV in der Pflegedokumentation<br> Ein Leitfaden für Praktiker (Rezension)

EDV in der Pflegedokumentation Ein Leitfaden für Praktiker (Ammenwerth, Elske, Ronald Eichstädter und Ulrich Schrader)Schlütersche, Hannover, 2003, 204 S., 16,90 € - ISBN 3-87706-737-9Rezension von: Paul-Werner Schreiner Pflege, zumindest berufliche Pflege, die Pflege an Fre
25. Mai 2013 durch
EDV in der Pflegedokumentation<br>
Ein Leitfaden für Praktiker (Rezension)
Andreas Lauterbach

EDV in der Pflegedokumentation
Ein Leitfaden für Praktiker (Ammenwerth, Elske, Ronald Eichstädter und Ulrich Schrader)

Schlütersche, Hannover, 2003, 204 S., 16,90 € - ISBN 3-87706-737-9

Rezension von: Paul-Werner Schreiner

Pflege, zumindest berufliche Pflege, die Pflege an Fremden spielt sich durchweg in Institutionen ab, wobei auch die ambulante Pflege als Pflege innerhalb einer Institution angesehen werden muss. In Institutionen wie dem Krankenhaus musste zwar schon immer gerechnet werdn, auch wenn lange Zeit klammheimlich so getan wurde, als sei dies nicht der Fall, was zur Folge hatte, dass nach vor bei Vielen, die in dem Bereich tätig sind, auch wenig Kostenbewusstsein vorhanden ist. In der ambulanten Pflege ist war dies auch real nicht immer so. Gemeindeschwestern, die es bis zur flächendeckenden Einrichtungen von Sozialstationen vielerorts gab, waren von den Gemeinden angestellt; ihre Tätigkeit wurde zumindest nicht nur über die Abrechnung einzelner Leistungen, sondern auf ganz anderem Wege finanziert. Seit einem Vierteljahrhundert ist der seelige Zustand, nicht über Geld reden zu müssen, überall passé. Und die Notwendigkeit, über Geld zu reden, macht das notwendig, was in der Industrie als Controlling seit langem selbstverständlich ist, was wiederum voraussetzt, dass Tätigkeiten dokumentiert werden - und dies muss in einer Weise geschehen, dass die dokumentierten Parameter miteinander verrglichen und als Basis für die Abrechnung pflegerischer Leistungen herangezogen werden können. Letztlich geht es bei der Dokumentation immer um die Darstellbarkeit von Leistungen und damit um die Kostenfrage.

So war es auch kein Zufall, dass die "geplante Pflege" - und das meinte implizit auch dokumentierte Pflege - seit dem Krankenpflegegesetz von 1985 zur eigenständigen Aufgabe der Pflegenden erklärt wurde. Seither ist endlos viel über Pflegedokumentation geschrieben worden; auch wurden Klassifikationssysteme entwickelt, damit gleiche Phänomene auch immer gleich bezeichnet werden, was elementare Voraussetzung dafür ist, die dokumentierten Sachverhalte miteinander vergleichen zu können.

Alle Untersuchungen - und auch die praktischen Erfahrungen vieler Pflegender - belegen jedoch, dass das intendiere Ziel noch lange nicht erreicht ist. Gründe dafür gibt es reichlich; diese im Einzelnen zu erörtern würde den Rahmen einer Rezension sprengen. Pflegeplanung soll eingeführt werden, weil es von wem auch immer gefordert wird. Es muss unendlich viel geschrieben werden - Böhme, Jacobs und Zegelin sprechen von den drei Ds der Pflege: sie dokumentiert sich dumm und dämlich. Vielfach wird denjenigen, von denen erwartet wird, dass sie dokumentieren, nicht transparent, wozu die Dokumentation dienen soll; auch wird nicht selten die Erfahrung gemacht, dass zwar alles möglich geplant werden kann, es darf aber nicht den an den Interessen der Ärzte ausgerichteten Tagesablauf stören.

Schreibarbeit und Auswertung sowie das Hinterlegen von einheitlichen Terminologien sind Stichworte, die die elektronische Datenverarbeitung, den Computer ins Gespräch bringen. Der Computer hat zwar längst Einzug auch in den Institutionen der Gesundheitsversorgung gefunden, jedoch primär im Verwaltungs- und Materialverwaltungs- und -anforderungsbereich. Bei der Vorbereitung der Einführung der DRGs wurde rasch klar, dass die zu zu erhebenden Datenmengen nur mittel EDV bewältigt werden können, so dass die Dokumentation ärztlicher Daten inzwischen vielfach elektronisch erfolgt. Pflegerische Leistungen werden vielfach auf Blättern festgehalten, auf denen für die Codierung von zusätzlichen Leitungen wichtigen Parameter aufgelistet sind.

Die Autoren des vorliegenden Buches beschäftigen sich seit vielen Jahren als Wissenschaftler im Bereich Medizinische Informatik (Ammenswerth und Schrader) bzw. als Pflegedienstleiter mit Fragen der elektronischen Pflegedokumentation.

Im ersten Teil des Buches werden die Grundlagen der elektronischen Pflegedokumentation entfaltet; dabei wird auch nach den Gründen für den bislang zu konstatierenden geringen EDV-Einsatz in diesem Bereich gefragt. Im zweiten Kapitel werden systematisch die notwendigen Schritte bei der Auswahl eines EDV-gestützten Pflegedokumentationssystems entwickelt. Das dritte Kapitel ist der Frage gewidmet, was im Vorfeld der Einführung einer elektronischen Pflegedokumentation bedacht werden muss. Das vierte Kapitel befasst sich recht knapp mit der Einführung und dem Betrieb des EDV-gesetützten Pflegedokumentationssystems. Und im fünften Kapitel geht es um die Auswirkungen der einführung, wobei die Qualität der Pflegedokumentation und der dafür notwendige Zeitbedarf eine wichtige Rolle spielen. Im sechsten Kapitel werden praktische Erfahrungen aus Kliniken, in den Dokumentationssysteme eingeführt wurden referiert.

Im abschließenden Ausblick machen die Autoren in der Sache gut begründet darauf aufmerksam, dass man bei allem Bemühen, die Pflegedokumentation mittel EDV-Einsatz qualitativ zu verbessern, nicht vergessen dürfe, dass die Pflegedokumentation nur ein Teil der umfassenden Dokumentation aller Daten, die für einen Patienten erhobenwerden - einer elektronischen Patientenakte - sein kann.

Im Anhang sind noch einmal checklistenartig funktionale und nicht funktionale Anforderungen an Pflegedokumentationssysteme zusammengestellt; ebenso findet sich eine tabellarische Zusammenstellung der Anbieter von Pflegedokumentationssystemen, die selbstverständlich nicht mehr aktuell ist.

Das Buch sei allen, die sich mit Fragen der Pflegedokumentation beschäftigen, vor allem aber denen, die sich sehr konkret mit den Fragen auseinandersetzen müssen, sehr empfohlen.

Ein Kritikpunkt und eine Anmerkung, die den Wert der Ausführungen jedoch nicht schmälern, seien erlaubt:

  • In Deutschland gibt es seit einiger Zeit einen nationalen Pflegestandard "Entlassungsmanagement". Die Arbeiten daran sowie die ersten Publikationen fallen in die Zeit, in der die Autoren des Buches die Texte für das Buch erstellt haben. So ist es schon etwas bedauerlich, das dem Entlassungsmanagement bzw. der Pflegeüberleitung, die idealerweise aus einem Pflegedokumentationssystem generiert werden können sollte, in den Ausführungen kein angemessener eigener Stellenwert beigemessen wird.
  • Anzumerken ist, dass sich die Ausführungen primär auf die Bedingungen in Kliniken konzentrieren. Nun muss auch in stationären und teilstationären Einrichtungen sowie Kurzzeitpflegeeinrichtungen dokumentiert werden, in Einrichtungen, die ganz anderen Bedingungen unterliegen, die hinsichtlich der Art und Weise, wie dokumentiert wird, eigens bedacht werden müssten. Auch spielt in diesem Bereich die Leistungserfassung eine ganz andere Bedeutung, weil Leistungen in diesen Versorgungsbereichen doch meist direkt und unmittelbar von Pflegenden und eben nicht oder doch in einem weit geringerem Maße vermittelt durch die Anordnung von Angehörigen anderer Berufsgruppen erbracht werden. Es muss vielleicht für diese Bereiche pflegerischer Tätigkeit noch einmal in ganz anderer Weise über die Dokumentationsproblematik nachgedacht werden.
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Pflege bei Sterbenden Den Tod leben dürfen: Vom christlichen Anspruch der Krankenpflege (Arndt, Marianne)Schlütersche, Hannover, 2002, 94 S., 13,90 € - ISBN 3-87706-707-7Rezension von: Paul-Werner Schreiner Vor allem angesichts der Tatsache, daß eine Gesellschaft, deren Werte