Die Welt der Demenzkranker |
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Das vorliegende Buch ist das Werk eines Psychiaters und Neurologen, der als Heimarzt von 1988 bis 2005 für die psychiatrische Versorgung der Bewohner der städtischen Alten- und Pflegeheime in Hamburg zuständig war. In dieser Zeit wurden u. a. durch seine Mitwirkung gezielt homogene Wohngruppen für Demenzkranke in diesen Einrichtungen eingerichtet (das âHamburger Modellâ), die für viele Einrichtungen und Träger in Deutschland eine bedeutsame Vorbildfunktion bildeten.
In sieben Kapiteln wird das Spektrum der Demenzen auf allen Ebenen, von den neuropathologischen Veränderungen bis hin zu den Auswirkungen von Musikdarbietungen unter besonderer Berücksichtigung der Pflege und Betreuung in stationären Einrichtungen entfaltet und eingehend erläutert. Besonderes Augenmerk in seinen Ausführungen besitzen die demenzspezifischen Verhaltensweisen, die teils mittels hirnpathologischer Prozesse und als Folge von Stress und Ãberforderung erklärt werden. Auch die Störungen der Wahrnehmung und die für Demenzkranke typischen Wahnvorstellungen und Halluzinationen werden anhand konkreter Beispiele beschrieben. In diesem Kontext der Fehlwahrnehmungen und wahnhaften Halluzinationen verweist er auch auf die Schwerhörigkeit und die Sehstörungen als Ursachen für diese krankhaften Verhaltenssymptome, die mittels Hilfsmittel zu beeinflussen sind. Ebenso werden die Aspekte des Reizmangels und der Reizüberflutung besonders als Ursache für das Schreien, Rufen und Klagen expliziert. Das Essen und Trinken unter demenzspezifischen Fragestellungen wie geeignete Speisen und Getränke, die Milieuaspekte und die Verabreichung der Nahrung bilden einen weiteren Schwerpunkt, der durch konkrete Beispiele und Erfahrungen fundiert und praxisnah vermittelt wird. Im letzten Kapitel geht er auf die Bedeutung der Musik für die Demenzkranken ein, die nicht nur zur Beruhigung und zur Stimmungsaufhellung eingesetzt wird, sondern auch bei der Pflege als ein gezielter Milieu- und Ablenkungsfaktor Verwendung findet.
Es kann festgestellt werden, dass es dem Autor gelungen ist, für die Pflege und Betreuung Demenzkranker bedeutsame Sachverhalte in ihrer Vielschichtigkeit allgemeinverständlich dargestellt zu haben. Deutlich ist den Ausführungen zu entnehmen, dass jahrelange Erfahrungen im Umgang mit dieser Personengruppe die Grundlage für die vielen Ratschläge, Tipps und Empfehlungen bilden. Auch die zahlreichen Beispiele aus dem Heimbereich zur Veranschaulichung bestimmter Verhaltensweisen und Reaktionen zeigen, dass hier eine empirische Grundeinstellung den Rahmen für die Erfassung und Vermittlung der demenzspezifischen Symptome bildet. Zusätzlich zieht der Autor neue Erkenntnisse aus der Grundlagen- und Versorgungsforschung zur Fundierung und Erklärung der vielfältigen Verhaltens- und Reaktionsweisen der Demenzkranken heran.
Es kann somit das Fazit gezogen werden, dass hier ein Buch vorliegt, das für die Pflege und Betreuung Demenzkranker in den Heimen eine Vielzahl an Anregungen und Empfehlungen enthält.